§34a Sachkundeprüfung bestehen: Tipps für schriftliche & mündliche Prüfung
Herzklopfen bis zum Hals, schwitzige Hände und das Gefühl, dass der Kopf so leer ist wie eine Fußgängerzone nachts um drei? Willkommen im Club! Wenn du dich gerade auf die Sachkundeprüfung nach §34a GewO vorbereitest, kennst du diesen Zustand wahrscheinlich nur zu gut. Aber atme erst mal tief durch.
Die Prüfung ist kein Hexenwerk, auch wenn sie gerne mal so dargestellt wird. Sie ist die Eintrittskarte in eine Branche, die Verantwortung trägt. Du bist später derjenige, der in brenzligen Situationen einen kühlen Kopf bewahrt – und genau das fängt schon bei der Vorbereitung an. Lass uns gemeinsam anschauen, wie du den Stoff nicht nur in deinen Kopf bekommst, sondern ihn dort auch behältst, bis du das Zertifikat in der Hand hältst. 🚀
Warum ist dieser Schein eigentlich so wichtig?
Vielleicht fragst du dich zwischendurch: „Warum muss ich wissen, was der Unterschied zwischen Besitz und Eigentum ist, wenn ich doch nur aufpassen soll?“ Berechtigte Frage. Aber stell dir vor, du stehst an der Tür eines Clubs oder bewachst ein Werksgelände. Jemand wird aggressiv. Was darfst du tun? Darfst du ihn festhalten? Darfst du ihn durchsuchen?
Wenn du hier nach Bauchgefühl handelst, stehst du schneller mit einem Bein im Gefängnis, als du „Jedermannsrechte“ sagen kannst. Die §34a Sachkundeprüfung stellt sicher, dass du deine Befugnisse kennst – und vor allem deine Grenzen. Du lernst nicht für die IHK, sondern für deine eigene Sicherheit im Job. Es geht darum, rechtssicher zu handeln, damit du am Ende des Tages ohne Anzeige nach Hause gehst.
Der erste Schritt: Die schriftliche Prüfung meistern
Der schriftliche Teil ist der Filter. Wer hier nicht liefert, darf gar nicht erst zur mündlichen Prüfung antreten. Du hast 120 Minuten Zeit für 72 Fragen. Das klingt erst mal viel, aber der Teufel steckt im Detail. Es ist ein Multiple-Choice-Verfahren, bei dem oft mehrere Antworten richtig sein können – oder eben nur eine.
Das Gemeine daran: Die Fragen sind oft so formuliert, dass sie dich aufs Glatteis führen wollen. Ein kleines „nicht“ oder „kein“ im Satzbau überlesen, und schon ist das Kreuz an der falschen Stelle.
Worauf du dich konzentrieren musst
Nicht alle Themengebiete geben gleich viele Punkte. Es bringt dir wenig, ein Experte für Gewerberecht zu sein, wenn du beim Thema „Recht der öffentlichen Sicherheit und Ordnung“ (wozu auch das Strafrecht gehört) komplett blank bist.
Hier ist eine kleine Übersicht, wie du deine Energie am besten verteilst:
| Themenbereich | Wichtigkeit / Punkte | Tipp |
|---|---|---|
| Recht der öffentlichen Sicherheit & Ordnung | Sehr Hoch | Hier sitzen die "dicken Fische": Jedermannsrechte, Notwehr (§227 BGB), Notstand. Das musst du im Schlaf können. |
| Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) | Hoch | Schau dir Haftung, Eigentum/Besitz und unerlaubte Handlungen genau an. |
| Straf- und Strafverfahrensrecht | Hoch | Wann ist eine Körperverletzung eine Körperverletzung? Was ist Diebstahl vs. Unterschlagung? |
| Umgang mit Menschen | Mittel | Deeskalation ist das Zauberwort. Hier hilft oft gesunder Menschenverstand, aber lern die Fachbegriffe! |
| Gewerberecht & Datenschutz | Basiswissen | Wichtig, aber verliere dich nicht in Paragrafen-Reiterei. |
Merk dir eins: Du brauchst mindestens 50 % der Punkte, um zu bestehen. Das ist machbar, wenn du strategisch lernst und nicht versuchst, das gesamte Gesetzbuch auswendig zu lernen. Verstehe die Prinzipien, nicht nur den Wortlaut.
Die mündliche Prüfung: Keine Panik auf der Titanic
Du hast die schriftliche Hürde genommen? Glückwunsch! Jetzt wartet der Endgegner: Die mündliche Prüfung. Viele haben davor riesigen Respekt, weil man sich hier nicht hinter einem Fragebogen verstecken kann. Du sitzt echten Menschen gegenüber – meistens drei Prüfern.
Aber weißt du was? Das ist eigentlich dein Vorteil.
In der schriftlichen Prüfung ist das Kreuz entweder richtig oder falsch. In der mündlichen Prüfung kannst du reden. Du kannst zeigen, dass du verstanden hast, worum es geht, auch wenn dir der genaue Paragraf gerade nicht einfällt.
So läuft das Gespräch ab
Meistens wirst du in kleinen Gruppen (bis zu 5 Personen) oder einzeln geprüft. Die Dauer beträgt pro Person etwa 15 Minuten. Der Fokus liegt hier extrem stark auf dem Recht und dem Umgang mit Menschen.
Typisches Szenario: „Herr Müller, Sie sehen auf Ihrem Rundgang eine Person, die gerade versucht, ein Fenster aufzuhebeln. Wie reagieren Sie und auf welcher rechtlichen Grundlage?“
Jetzt bloß nicht stammeln. Atmen. Nachdenken.
- Situation erkennen: Einbruch/Sachbeschädigung.
- Handlung: Ansprechen? Polizei rufen? Festhalten?
- Recht: § 127 Abs. 1 StPO (Vorläufige Festnahme) und vielleicht Nothilfe, wenn Gefahr im Verzug ist.
Die Prüfer wollen keine Roboter. Sie wollen sehen, dass du die Situation einschätzen kannst. Wenn du sagst: „Ich würde sofort draufhauen“, bist du raus. Wenn du sagst: „Ich beobachte, rufe die Polizei und greife nur ein, wenn er flüchten will, gestützt auf § 127 StPO“, hast du gewonnen.
Lernstrategien: Wie der Stoff im Kopf bleibt
Einfach nur das Buch lesen und hoffen, dass was hängen bleibt? Vergiss es. Das ist so effektiv wie Wasser in ein Sieb zu schütten. Du musst aktiv lernen.
1. Die "Oma-Methode"
Versuche, komplexe Themen (wie den Unterschied zwischen Notwehr und Notstand) jemandem zu erklären, der keine Ahnung davon hat – zum Beispiel deiner Oma oder einem Freund. Wenn du es einfach erklären kannst, hast du es wirklich verstanden. Wenn du ins Stottern gerätst, musst du nochmal ran.
2. Szenarien durchspielen
Lerne nicht nur Definitionen. Bau dir Geschichten.
- Szenario: Ein Gast pöbelt an der Tür.
- Frage: Welches Recht greift? Hausrecht (§ 903 BGB / § 858 BGB). Was darf ich tun? Hausverbot erteilen. Was, wenn er nicht geht? Hausfriedensbruch (§ 123 StGB). So verknüpfst du trockene Paragrafen mit echtem Leben.
3. Lückenloses Üben
Nutze Übungsfragen, aber lerne die Antworten nicht auswendig! Die IHK stellt die Fragen in der Prüfung oft leicht verändert. Wenn du nur auf Schlüsselwörter trainiert bist, fällst du rein. Versuche zu verstehen, warum Antwort C richtig ist und warum A und B Quatsch sind.
Die fiesesten Stolpersteine am Prüfungstag
Es gibt Fehler, die passieren immer wieder. Damit du nicht dazu gehörst, hier die Klassiker:
- Die doppelte Verneinung: In der schriftlichen Prüfung steht oft: „Welche Aussage ist nicht unrichtig?“ Das Gehirn macht daraus schnell „Welche ist falsch?“. Lies die Frage zweimal. Wirklich.
- Zu kompliziert denken: In der mündlichen Prüfung suchen Kandidaten oft nach dem Haken. Meistens gibt es keinen. Wenn der Prüfer fragt, was Notwehr ist, will er die Definition von § 32 StGB hören und keine philosophische Abhandlung.
- Schweigen ist Silber, Reden ist Gold: In der mündlichen Prüfung ist Schweigen tödlich. Wenn du die Antwort nicht sofort weißt, denke laut nach. „Ich überlege gerade, ob hier das Hausrecht greift oder ob es schon eine Straftat ist...“ Das zeigt dem Prüfer, dass du auf dem richtigen Weg bist. Oft geben sie dir dann einen kleinen Tipp.
Dein Schlachtplan für den Tag X
Der Tag der Prüfung ist da. Du bist nervös. Das ist okay, das Adrenalin hilft dir, wach zu sein. Aber mach dich nicht verrückt.
- Schlaf: Lern nicht bis 3 Uhr morgens. Ein müdes Gehirn macht Fehler.
- Dokumente: Personalausweis und Einladung nicht vergessen! Ohne Ausweis keine Prüfung. Punkt.
- Kleidung: Für die mündliche Prüfung: Zieh dich ordentlich an. Du musst nicht im Smoking kommen, aber Jogginghose und Schlabber-Shirt signalisieren: „Ist mir egal.“ Ein sauberes Hemd oder Poloshirt und eine ordentliche Jeans zeigen Respekt – und Kleider machen Leute (und Sicherheitsmitarbeiter).
- Zeitmanagement: In der schriftlichen Prüfung: Wenn du bei einer Frage hängst, markiere sie und mach weiter. Verbeiß dich nicht. Am Ende hast du oft noch Zeit, um zurückzugehen.
Du hast dich vorbereitet. Du hast gelernt. Du schaffst das. Die Prüfer sind auch nur Menschen und in der Regel wollen sie niemanden durchfallen lassen, der Ahnung hat. 🧠
Häufige Fragen (FAQ)
Wie oft darf ich die Prüfung wiederholen? So oft du willst (und bezahlen kannst). Es gibt keine gesetzliche Sperre. Wenn du den schriftlichen Teil bestanden hast, aber im mündlichen durchfällst, musst du oft nur den mündlichen Teil wiederholen – aber Achtung: Das gilt meist nur für einen begrenzten Zeitraum (oft 2 Jahre, je nach IHK).
Was kostet der Spaß? Das variiert je nach IHK, liegt aber meistens zwischen 150 € und 200 € für die Erstprüfung. Wiederholungsprüfungen sind oft etwas günstiger.
Brauche ich einen Vorbereitungskurs? Gesetzlich vorgeschrieben ist er für die Prüfung nicht (anders als bei der Unterrichtung). Du kannst dich im Selbststudium vorbereiten. Aber ganz ehrlich: Ohne Struktur und gute Lernmaterialien ist die Durchfallquote extrem hoch.
Wie hoch ist die Durchfallquote? Leider ziemlich hoch. Je nach Standort fallen teilweise 40-50 % der Teilnehmer durch. Das liegt aber meistens an schlechter Vorbereitung und mangelnden Deutschkenntnissen, da die Fragen sprachlich oft komplex sind.
Bereit, den ersten Schritt in deine neue Karriere zu machen? Lass dich nicht von Statistiken abschrecken. Mit der richtigen Vorbereitung gehörst du zu denen, die am Ende stolz ihr Zertifikat hochhalten.
Willst du sichergehen, dass du den Stoff wirklich draufhast und keine bösen Überraschungen erlebst? Dann starte jetzt deine optimale Vorbereitung auf https://sachkundepruefung34a.de. Viel Erfolg!
